de una estela incierta (-Aschenlid)

.für Alt-Saxophon, Schlagzeug und Klavier (1996-1997 / rev. 1999)

———-de una estela incierta (-Aschenlid) [von/aus einer ungewissen Kielspur/Stele] entspringt dem Gedanken einer räumlichen Vorstellung der Zeit: Zeit als Netz, als das Entfalten von verschiedenen Richtungen, die den Raum, in dem der Klang den Ort seines Erscheinens findet, zeigen und wahrnehmbar machen; ein Raum, der nur in den reversiblen Zeit des Gedächtnisses vorkommt.

———-Und es ist dort, im Gedächtnis, wo die beiden Bedeutungen des Wortes estela ihren gemeinsamen Platz finden: estela, Kielspur, das Flüchtige der Erinnerung, der Spur oder Wunde; estela, Stele, der Versuch, die Erinnerung oder den Schmerz zu verewigen; Kielspur als das Horizontale, als das Lineare in der Zeit, als Achse; Stele als das Vertikale, als Vermittlung zwischen zwei Welten, als Achse. Beide als Grenze oder Begrenzung.

———-Eine Grenze, die sich in diesem Stück auf zwei mögliche Raume bezieht: ein erster Raum, in den der Klang, durch ein Netz von abstrakten Beziehungen, Idealisierung eines physikalischen Modells, beim Durchqueren bestimmt wird; ein zweiter Raum, in den der Klang, seine Körperlichkeit, eigene Bedingungen durchsetzt, sich dadurch selbst in einen Möglichkeiten-Raum verwandelnd.

———-Das Stück ist dem Andenken meiner Schwester komponiert und den Mitgliedern des Trio Accanto gewidmet.

José Luis Torá

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